Jeder von uns kennt Momente des Zweifelns, der Angst, der Überforderung oder auch der Erschöpfung. Manchmal werden daraus aber Monate, eventuell sogar Jahre und es entstehen Belastungen, die die Bewältigung des Alltags immer schwerer machen. Wenn der eigenen Kraft und den eigenen Möglichkeiten Grenzen gesetzt sind, kann psychotherapeutische Hilfe sinnvoll sein.

Was ist Systemische Therapie/ Systemische Familientherapie?

Neben der Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse ist die Ssytemische Therapie eine humanistische Therapieform und gehört schon lange Zeit zu den bedeutendsten Therapieformen in vielen Ländern. Anders als die Psychoanalyse hat die Systemische oder auch Familientherapie genannt, sehr viele Väter und Mütter, die diese Therapieform Anfang der 50- ziger Jahre in Europa und Amerika begründeten.



Systemische Therapie ist an Beziehungsprozessen von Personen interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt, und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Dazu gehören nicht unbedingt nur Familienmitglieder, auch andere Personen oder Institutionen können eine wichtige Rolle spielen.

 

Dort, wo Menschen aufeinander treffen und in Beziehungen miteinander stehen, existiert auch ein Potential für Konflikte, die manchmal schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.

In der Paarbeziehung, der Familie oder am Arbeitsplatz entstehen dadurch belastende Situationen, die die Lebensqualität einschränken oder sogar zu psychischen und körperlichen Erkrankungen führen können können.

 

Das Ziel eines therapeutischen Prozesses sollte es sein, gemeinsam herauszufinden, welche Konfliktkonstellation vorliegt und welche Möglichkeiten für eine effektive Bewältigung zur Verfügung stehen. Dabei spielen die Ressourcen, die jeder von uns mitbringt, eine große Rolle.

 

Ein Verhalten ist vornehmlich aus den Beziehungen zu anderen Menschen zu erklären, und wir sprechen oft von einem "Beziehungsmuster" innerhalb eines Systems (Familie, Arbeit, soziales Umfeld).

 

 

 

In dem System, in dem wir Menschne unterwegs sind, beeinflusst jeder mit Aktionen und Reaktionen. Stellen Sie sich ein Mobile vor:

Ein Teil des Mobiles beginnt zu schwingen und der Rest reagiert, gerät in Bewegung und bewegt ebenso erneut andere Teile. Probleme entstehen dann, wenn das Mobile oder das System ins Ungleichgewicht gerät oder an einer Stelle erstarrt: Bewegung und Entwicklung werden blockiert.

 

Möglicherweise kommt es auch zu „Ausweichbewegungen“ einzelner Teile, die als eigentlich subjektiv sinnvoller Ausdruck eines Problemlösungsversuches Schwierigkeiten an anderer Stelle hervorrufen können.

 

Die Systemische Therapie hat immer das Systeme mit ihren unterschiedlichen Beziehungen im Blick, auch dann, wenn nicht zwangsläufig alle Beteiligten zum Therapeuten gehen.

 

Insofern richtet sich der systemische Ansatz an Einzelpersonen, genauso wie an Paare oder Familien, aber ebenso an Gruppen, Teams und andere Organisationen in Arbeitskontexten.